Söldner

Aus Shadowiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Söldner ist an und für sich die Bezeichnung für einen Soldaten, der nicht für sein Vaterland sondern ausschließlich für Geld - seinen Sold - kämpft, womit die meisten Konzerngardisten der großen Konzerne, die sich eigene Armeen halten klar zu den Söldnern zu rechnen sind.

Allgemein[Bearbeiten]

Mit dem Seretech- und den Shiawase-Urteilen schuf der damalige Oberste Gerichtshof der USA die legale Grundlage für die militärisch ausgerüsteten und bewaffneten Konzernarmeen, was seither auch in zivilisierteren Regionen einen enormen Bedarf für Söldner geschaffen hat. Einerseits werden Söldner angeheuert, um Konzerneinrichtungen zu bewachen und zu schützen, oder heikle Transporte zu sichern, andererseits scheuen sich exteritoriale Megakons jedoch auch nicht, ihren Konkurrenzkampf auch mit militärischen Mitteln auszutragen, obwohl das eher in den weniger zivilisierten Regionen passiert. - Die Wüstenkriege, die heute eine Art militärische Leistungsschau, Unterhaltung für die Massen vor den Trids und Manöver mit scharfer Munition darstellen, sollen angeblich aus einem Shootout zwischen den Konzernstreitkräften zweier AAA-Kons in der Libyschen Wüste entstanden sein. Neben Konzernen heuern auch Nationalstaaten, Provinzregierungen, häufig selbsternannte regionale Machthaber und Potentaten aber genauso auch Rebellen- und Befreiungsbewegungen (vorzugsweise, wenn sie einen finanzkräftigen Sponsor haben) und das Organisierte Verbrechen - Stichwort: Geisterkartelle - Söldner an. Afrika, Ostasien, wo die Volksrepublik China zerfallen ist, der Balkan, der mittlere Osten und Lateinamerika sind ohnehin seit Jahrzehnten Brennpunkte der Söldneraktivität, aber es sind nicht die einzigen Orte, wo Mietsoldaten Arbeit finden:

Gerade in den Eurokriegen kämpften auch in Europa zahlreiche Söldner, und während des Großen Dschihad wurde Österreich - außer von den Truppen der tschechischen und polnischen Verbündeten - praktisch ausschließlich von vom Haus Habsburg und den Konzernen angeheuerten Söldnern verteidigt. Besonders Russen, Kasachen und Ukrainer sind (zumindest in Europa) besonders zahlreich in Söldnertruppen zu finden. Die russischen Bojaren - heute vorwiegend Ostsee-Piraten und Schmuggler - waren z. B. eine Einheit russischer Panzerfahrer und T-Bird-Rigger, die sich damals unabhängig machten, und als selbstständige Truppe fast vier Jahrzehnte lang Bestand hatten.

Das militaristische Herzogtum Sachsen in der ADL, das im Gefolge der Eurokriege entstand, ist berühmt für seine Söldner, da dieser Beruf dort ganz legal in einer Steuererklärung angegeben werden kann. Zudem hatte der sächsische Staat Musterverträge für Söldner entworfen, die den käuflichen Kämpfern und ihren Offizieren - die die Militärakademie in Dresden in Massen produziert - eine militärrechtliche Absicherung gaben, und mit der sächsischen Militärpolizei eine Behörde geschaffen, die Jagd auf vertragsbrüchige Anteilseigner machte. In den Wirren nach dem zweiten Matrixcrash führten allerdings mehrere Söldnereinheiten einen Militärputsch durch, und ihre Kommandeure übernahmen die Macht in dem Allianzland, die sie nach Verhandlungen über eine finanzielle Kompensation jedoch rasch an den Bundesrat abgaben.

Söldnertreffpunkte[Bearbeiten]

Orte, die bekannte Söldnertreffpunkte sind, und wo häufig Kontrakte für Söldnereinsätze in aller Welt ausgehandelt werden, sind:

Daneben existiert mit dem Outpost noch ein virtueller Treffpunkt in der Matrix, der mit dem «Soldier-of-Fortune-Net» - dem Matrix-Portal für Söldner - ebenso verlinkt ist, wie mit verschiedenen Shadowland-Knoten.

Söldnerorganisationen[Bearbeiten]

Mit der MET2000 existiert in der Allianz Deutscher Länder die größte Söldnerorganisation der Welt, von der bedeutende Anteile jeweils dem Bund (34 %), Ruhrmetall (18 %), der IFMU (21 %), dem japanischen Kaiserreich und Ares gehören.

Shadowtalk Pfeil.png Die IFMU-Anteile sind nach dem Crash von '64 in die Hände des Frankfurter Bankenvereins gelangt, der in den von Warlords kontrollierten Regionen des Balkans, Schwarzafrikas und Südostasiens gerne auf die Schwarzen Barette zurückgreift, um seine Investitionen zu schützen...
Shadowtalk Pfeil.png Corpshark ...an den Händen dieser Bankster klebt auch nicht weniger Blut, als an denen ihrer Konkurrenz von Chalmers & Cole!
Shadowtalk Pfeil.png Die Söhne Nippons haben dagegen ihre Anteile an der MET abgestoßen, da diese Beteiligung sich wegen der Konkurrenzsituation zu ihrem hauseigenen Söldnerkonzern, Tsunami, auf die Dauer als heikel bis problematisch erwies...
Shadowtalk Pfeil.png Twist - formerly known as "Sam Verner"

Weitere bekannte Söldnerorganisationen sind

Berufspraxis[Bearbeiten]

Bei den meisten Söldnern handelt es sich um Ex-Militärs, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihre Loyalität an jeden vermieten, der bereit ist ihren Preis zu bezahlen. Sie besitzen ein umfangreiches Hintergrundwissen rund um militärische Taktiken und Verfahrensweisen und sind geschult im Umgang mit Waffen aller Art. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, sind Söldner keine typischen Shadowrunner. Zwar erledigen beide meist schmutzige und illegale Arbeit für Geld und sehen dabei gewöhnlich Waffengewalt als legitimes Mittel an, doch gibt es wesentliche Unterschiede. Die Möglichkeit eine Verbindung zu angeheuerten Shadowrunnern plausibel abstreiten zu können, eine zentrale Eigenschaft des Beschäftigungsverhältnisse im Schattengeschäft, ist bei Söldner zum Beispiel weniger wichtig, besonders wenn diese in einem offenen Konflikt zum Einsatz kommen. Es kann aber gelegentlich eine Rolle spielen. Während Shadowrunner in den großen Sprawls arbeiten, liegt das Tätigkeitsfeld von Söldnern in der Regel irgendwo draußen in der Wildnis, auf Schlachtfeldern und in den diversen Dschungeln überall auf der ganzen Welt. Auch urbane Kampfzonen unterscheiden sich deutlich von den halbwegs funktioniellen Großstadtregionen, in denen Shadowrunner operieren. Oft sehen Söldner bei ihren Einsätzen abgesehen von ihren Kameraden tagelang keine Menschenseele, und sind darauf angewiesen, langfristig in einer größeren Gruppe zusammenzuarbeiten. Neben von der Gegenseite angeheuerten Söldnern, Konzerntruppen, (selbst ernannten) Freiheitskämpfern, Partisanen und gelegentlich auch regulärem Militär von Nationalstaaten sind die erwachte Natur der Sechsten Welt mit ihren Crittern aber auch die toxisch verseuchte Ödnis ihres Einsatzgebietes ihre Gegner. Im Gegensatz zu Shadowrunnern, die vom Kontakt mit ihren Connections leben haben Söldner - außerhalb ihrer jeweiligen Einheit - weniger derartige Kontakte (wenn man von Söldneragenten und Waffenschiebern einmal absieht) und müssen - zumindest im Feld - weit weniger vor Lone Star und anderen Gesetzeshütern auf der Hut sein.

Seit die großen Konzerne durch Einführung der Exterritorialität eigene Truppen unterhalten dürfen gibt es ganze Söldnerarmeen, die überall auf der Welt Konzerneinrichtungen bewachen. Sei diese Einrichtung bei oder in einem Megaplex oder auch am Rande der Welt.

Neben der Sicherung von Grenzen, exteritorialen Konzerneinrichtungen, Anbauflächen oder Bergwerken, der Bewachung von Transporten, dem Patroullieren eines größeren Gebiets, der Jagd auf Aufständische, Rebellen, Banditen und Saboteure (oder auf Paracritter), der gezielten Vernichtung gegnerischer Ressourcen, der Ausschaltung von Schlüsselpersonal und - was deutlich seltener vorkommt - dem Ausfechten eines regelrechten Krieges, werden Söldner häufig auch als Militärberater angeheuert. Dies umfasst sowohl die Aufgabe, die eigenen Truppen des Auftraggebers militärisch auszubilden, als auch Strategien für Perimetersicherung, Patroullienpläne usw. zu entwerfen. Söldner mit maritimer Ausrüstung - die bis hin zu U-Booten reichen kann - finden auch in der Piratenjagd ein nicht eben kleines Aufgabenfeld und werden etwa gegen HUK, westafrikanische Freibeuter oder den Klabauterbund häufig eingesetzt. - Umgekehrt sind aber auch etliche Piraten ehemalige Söldner...

Die Ehre der Söldner[Bearbeiten]

Viele Söldnerverträge - speziell jene, die unter der "Schirmherrschaft" des sächsischen Herzoghauses standen - verweisen ausdrücklich auf die Hager Landkriegsordnung, und sehen vor, daß Söldner Kontrakte einseitig auflösen können, wenn von ihnen explizit verlangt wird, Kriegsverbrechen zu begehen. - Die Praxis sieht allerdings häufig deutlich anders aus. Unter den Söldnern, die in der Sechsten Welt aktiv sind, gibt es genügend, die kein Problem damit haben, Gefangene zu foltern oder zu liquidieren, Geiseln zu nehmen, um die Einheimischen unter Kontrolle zu halten und auch vor dem großflächigen Einsatz einer Taktik der "verbrannten Erde" nicht zurückschrecken, was Dinge wie Chemiewaffen, Aerosol- und Vakuumbomben sowie Napalm oder Phosphor in großen Mengen mit einschließt. Trotzdem ziehen viele Söldner eine Grenze, wenn es um Aufstandsunterdrückung geht, die in Völkermord auszuarten droht - wie im Yucatán-Krieg in Aztlan geschehen - oder um die Bewachung von Internierungs-/Sklavenarbeits-/Todeslagern. Auch Biowaffen sind etwas, das Söldner häufig aus Prinzip ablehnen, ebenso wie die Zusammenarbeit mit aztlanischen Blutmagiern oder Milizen, die Massen von Kindersoldaten als Kanonenfutter einsetzen. Einige Söldner übernehmen auch keine Kontrakte für die Wüstenkriege, da die Vorstellung eines Krieges, der für die Einschaltquoten geführt wird, ihren Begriffen darüber, wofür es sich zu kämpfen, zu töten und ggf. zu sterben lohnt, zuwider läuft. Andere Söldner haben weit flexiblere Ehrbegriffe, sehen sich allerdings auch mit der Verachtung ihrer Berufskollegen konfrontiert, wenn ihre Untaten die Runde machen, und gelten dann in Söldnertreffpunkten ggf. als Persona non Grata. In diesem Zusammenhang sei auch die sog. internationale Söldner-Gilde erwähnt, eine Art informelle weltumspannende Gemeinschaft der Söldner mit eigenem Verhaltenskodex der Mitglieder untereinander, der auch dann Gültigkeit besitzt, wenn die Söldner auf Grund ihrer Kontrakte auf verschiedenen Seiten stehen.

Söldner als Runner[Bearbeiten]

Die Söldner, die in den Schatten der Megaplexe der Sechsten Welt unterwegs sind, unterscheiden sich von den normalen Straßenkämpfern, die als Shadowrunner ihre Brötchen verdienen, dadurch, dass sie fast immer einen militärischen Hintergrund haben. Oft haben sie eine ordentliche, militärische Ausbildung bei regulären Streitkräften wie Bundeswehr oder UCAS-Army erhalten, dienten in der französischen Fremdenlegion oder blicken auf eine Vergangenheit als sog. Freiheitskämpfer in irgendeiner Guerillaarmee zurück. – Fast immer verfügen Söldner über schwere und/oder militärische Waffen und Ausrüstung, an die die meisten Schattenläufer gar nicht erst herankommen, und sind in der Regel auch bereit, diese kompromisslos und massiv einzusetzen... So besitzen einige Söldner etwa gepanzerte Fahrzeuge wie Panzerspähwagen oder sogar Kampfpanzer und/oder militärisches Fluggerät - vom Kampfhubschrauber bis zur MIG - und haben Erfahrung mit Geschütz-, Raketen- und anderen schweren Waffen sowie dem effektiven Einsatz von Sprengstoffen. Häufig denken sie in militärischen Taktikbegriffen, verfügen über entsprechende Cyberware wie Battletac-Systeme und implantierte taktische Computer und sind noch ein Stück desillusionierter und brutaler (wenn auch oft disziplinierter) als die Mehrheit der Shadowrunner. - So hat z. B. in Hamburg eine kleinere Söldnergruppe unter Führung von Sascha Pedislowa, die sich - übersetzt - "Team des Sibirischen Bären" nannte, mit brutalen Wetwork-Jobs einiges an Staub aufgewirbelt, ehe sie bei einem Versuch, ihre Zielpersonen in den Hanse-Meta-Untergrund zu verfolgen, komplett ausgelöscht wurde.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]